Dipl. med. Gabriele Richter-Ueberhorst
Ludger Ueberhorst

Gebärmutter (Uterus)

Die Gebärmutter (Uterus) stellt den Teil der weiblichen Geschlechtsorgane dar, in dem die Eizellen nach einer Befruchtung über den Embryonalstatus zum geburtsreifen Feten heranreifen.

Aufbau
Der Uterus wird außen von einer dünnen Haut umgeben (Perimetrium).
Die Wand nimmt den Großteil des Organs ein und besteht aus diner Schicht glatter Muskulatur (Myometrium).
Die Innenauskleidung besteht aus einer Schleimhaut (Endometrium).

Die Schleimhaut (Endometrium)
Die Endometriumschleimhaut wird während des Regelzyklus durch Hormonsteuerung auf-und abgebaut. Sofern keine Befruchtung in einem Zyklus stattfindet, erfolgt die Monatsblutung (Menstruation) mit Ablösung der Schleimhaut.
Es wird ein Sekret von durchschnittlich 60-70 ml ausgeschieden, dass neben Blut auch Sekrete und Schleimhautreste enthält.

Die Vorsorgeuntersuchung dienen der Abklärung von Veränderungen der Muskelschicht wie der Schleimhautschicht.

 

Myome der Gebärmuttermuskulatur

Myome sind die häufigsten gutartigen Tumore oder Wucherungender Frau, sie gehen von Veränderungen der Muskelfasern des Uterus aus.
Meist werden sie zufällig entdeckt, gelegentlich verursachen sie Blutungsstörungen oder Schmerzen.

Häufigkeit - Gefährlichkeit
Bei ca. 25-30% der Frauen im gebärfähigen Alter finden sich Myome (andere Zahlen gehen von bis zu 70% aus, da beschwerdefrei und nicht erkannt).
Myome können einzeln auftreten, oft jedoch in größerer Anzahl (sogenannter Uterus myomatosus)

Beschwerden
Auch wenn Myome üblicherweise gutartig sind, können sie in Abhängigkeit von Größe und Lage der Wucherung Beschwerden verursachen:

  • verstärkte und verlängerte Regelblutungen
  • Schmerzen, Druckgefühle
  • Verstopfung (Obstipation) durch Druck auf den Darm
  • Beschwerden beim Geschlechtsverkehr
  • Kreuzschmerzen / Nervenschmerzen in den Beinen (Druck auf aus dem Rückenmarksbereich austretende Nerven)

Ursache
Myome entwickeln sich aus bestimmten Muskelzellen der Gebärmutter, das Wachstum wird durch das Hormon Östrogen stimuliert.
Nach den Wechseljahren wird die Östrogenproduktion eingestellt und es entwickeln sich üblicherweise keine Myome mehr.

Sonderform gestilete Myome
Die meisten Myome wachsen in der Muskelschicht, also in der Gebärmutterwand.
Es gibt aber auch Myome, die nach außen in den Bauchraum oder nach innen in die Gebärmutter wachsen können (Anteil ca. 5%).
Diese können sich im Einzelfall soweit entwickeln, dass sie nur noch durch eien Stile mit der Gebärmutter verbunden sind (gestielte Myome).

Myome und Schwangerschaft
Myome können durch den veränderten Hormonhaushalt in der Schwangerschaft schneller wachsen, damit steigt das Risiko für eine Fehlgeburt.
Eine Myomentfernung in der Schwangerschaft sollte aber möglichst nicht durchgeführt werden, da die Gebärmutter stark durchblutet und damit schwer vernähbar ist. Es entsteht also ein Risiko für das Kind wie die Gebärmutter selbst bei einer solchen OP.

Therapieansätze
In der Regel reicht eine regelmäßige Kontrolle der Myome durch Ultraschall aus. Bei Schmerzen oder Beschwerden kann eine Pille mit hohem Gestagenanteil die Wachstumsgeschwindigkeit reduzieren.
Eine radikalere Lösung sind 'künstliche Wechseljahre' durch GnRH-Analoga, die aber ihrerseits mit deutlichen Nebenwirkungen einhergehen und eher die Phase bis zu einer Operation überbrücken können.
Sofern die genannten Maßnahmen nicht ausreichen läuft es auf einen operativen Eingriff hinaus. Moderne OP-Techniken sind heute organerhaltend und schließen auch eine anschließende Schwangerschaft nicht aus.

Endometrium und Endometriose

Das Endometrium (Gebärmutterschleimhaut) kleidet die Innenwand der Gebärmutter aus. Es handelt sich um eine dünne Schleimhautschicht mit Drüsen und vielen Blutgefässen. Sie ist der Ort der Einnistung befruchteter Eizellen.
Das Endometrium ändert sich im Verlauf des weiblichen Zyklus unter dem Einfluss der weiblichen Hormone Östrogen und Gestagen (Progesteron).

Endometriose
Endometriose bedeutet, dass Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter selbst z.B. im Bauchraum oder anderen Organen auftritt.
Auch diese Schleimhaut ändert sich mit dem Menstruationszyklus. Meist sind der untere Bauch- und Beckenraum betroffen.

Symptome
Krampfartige Schmerzen von steigender Intensität, die mit dem Menstruationszyklus verbunden sind.
Es werden auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Stuhlgang und Wasserlassen beschrieben sowie Übelkeiten und allgemeine Darmsymptomatiken.

Diagnostik
Aufgrund der meist unspezifischen Beschwerden, die oftals 'normal' angesehen werden, wird die Diagnose häufig sehr spät gestellt.
Die Ultraschalldiagnostik ist i.d.R. der erste Ansatz bei unspezifischen Unterbauchschmerzen.

Therapie
Schmerzbehandlungen erfolgen mit z.B. Ibuprofen, ASS, Diclofenac etc.
Hormone (Gestagene) können zu einer Rückbildung der Gebärmutterschleimhaut und Schmerzlinderung führen.
Operativ können Endometrioseherde entfernt bzw. durch Laserchirurgie koaguliert werden.